
Fløibahn: Wagen der 1. und 2. Generation

Fløibahn: Wagen der 3. und 4. Generation

Die Wagen der 1. und 2. Generation beim Austausch 1954

Fjellveien - vom Bau der Trasse der Fløibahn

Vom Bau der Bergstation auf dem Fløyen

Geschichte und Fakten
Geschichte der Fløibahn
Die Fløibahn ist die größte Touristenattraktion von Bergen und eine der am Meisten besuchten Attraktionen Norwegens. Sie ist Skandinaviens einzige Standseilbahn für Personentransport und befördert jährlich ca. 1,2 Millionen Passagiere. Im Folgenden möchten wir Ihnen einen kleinen Einblick in die Geschichte der Bahn geben.
In Verbindung mit dem 90-jährigen Jubiläum der Fløibahn im Jahre 2008, wurde ein Infofaltblatt mit der Geschichte der Bahn herausgegeben. Dieses in englischer und norwegischer Sprache erhältliche Heft kann hier heruntergeladen werden:
Die Geschichte der Fløibahn "Mot nye høyder"
Im Folgenden geben wir Ihnen einen kurzen Einblick in die Geschichte der Bahn.
Von der Idee zur Verwirklichung
Bereits 1895 wurde der Gedanke eines Transportmittels zum Fløyen hinauf geboren. Hinter dieser Idee stand der Parlamentsabgeordnete John Lund aus Bergen. Der Stadtrat genehmigte das Projekt unter der Voraussetzung, dass eine elektrisch angetriebene „Taubahn" gebaut werden sollten. Gegen eine jährliche Abgabe war die Kommune bereit, im genannten Gebiet eine vier Meter breite Trasse abzutreten. Die Regierung stimmte dem Konzessionsbeschluss am 10. Oktober 1896 zu, doch dem Inhaber der Konzession gelang es nicht, das notwendige Kapital beizubringen und das Projekt wurde darum nicht verwirklicht.
Im Jahre 1907 wurde die Idee wieder aufgegriffen. Die Pläne des Kabelbahnprojekts von Bergen wurden innerhalb kürzester Zeit auf der ganzen Welt bekannt und auch Zeitungen in Europa schrieben über die Pläne. 1912 wurde das Unternehmen A/S Fløibanen wurde gegründet und Direktor Waldemar Platou wurde der erste Manager. Der Architekt war Einar Oscar Schou und Ingenieur und Bauleiter war Erling Gjestland.
Im Herbst 1914 wurde mit den Arbeiten zum Bau der Fløibahn begonnen. Man rechnete damit, 1 - 1,5 Jahre für den Bau zu benötigen, aber auf Grund des Ersten Weltkriegs und der darauffolgenden Materialknappheit sollten die Arbeiten viel länger dauern. Seit der Eröffnung am 15. Januar 1918 ist die Fløibahn kontinuierlich im Betrieb.
Die Fløibahn wurde nach dem Muster ähnlicher Bahnen in Süddeutschland, in der Schweiz und Nord-Italien angelegt. Besondere Ähnlichkeit hatte sie mit der Merkurbahn in Baden-Baden. Die ersten Wagen der Fløibahn - die übrigens aus geöltem Teakholz und teilweise offen waren - wurden von der Maschinenfabrik Esslingen in der Stadt gleichen Namens geliefert. 65 Passagiere fanden in der von einem 95 PS starken Elektromotor angetriebenen Bahn Platz.
Die ersten Wagen der Fløibahn bekamen Anfang der 50er Jahre ihre blaue bzw. rote Farbe - in etwa zu der Zeit, als die beiden synchron betriebenen Modelle auf dem Dach der Bergstation montiert wurden. Nach 36 Jahren Betrieb wurden 1954 die ersten Wagen ausgewechselt. Die Fahrgestelle der neuen Wagen kamen vom Schweizer Unternehmen Von Roll und die Wagen konnten 80 Passagiere mitnehmen. Von jetzt an wurde die Bahn vom Führerstand der Wagen aus gesteuert. Am Anfang hatte ein Maschinist, der oben auf dem Fløyen stand, über einen Signalstab Kontakt mit dem Zugführer, den dieser aus dem Fenster hielt und an einen Signaldraht anlegte.
Die nächste Wagen-Generation wurde 1974 in Betrieb genommen. Ebenso wie die 1954er Modelle wurden auch sie an der Station Promsgate auf die Gleise gesetzt und danach zum Doppelgleis auf halber Strecke hochgezogen, wo sich die beiden Wagen begegnen. Auch diese neuen Wagen wurden vom schweizer Unternehmen Von Roll geliefert und boten 80 Fahrgästen Platz. 1987 wurde der Maschinenraum auf dem Fløyen modernisiert, und eine Funksteuerung wurde installiert: Die Zugführer steuerten die Maschinerie mit Hilfe von Funksignalen. Ein neuer Motor mit 190 PS wurde installiert. Ebenso wurde jetzt mit Hilfe von Lichtsignalen und Rückmeldungssignalen eine Kommunikation zwischen beiden Wagen ermöglicht. Diese Wagen wurden am 26. September 2002 von den Gleisen gehoben.
Im Herbst 2002 wurde die Fløibahn sieben Wochen geschlossen, um die umfangreichste Aufrüstung in der Geschichte der Standseilbahn vorzunehmen. Wagen, Gleise, Maschinerie, Stationen und Fahrkartensystem wurden komplett erneuert. Die Berg- und die Talstation waren bereits Ende der 90er Jahre aufgerüstet und erweitert worden. 2002 wurden auch die drei Zwischenstationen renoviert. Jeder neue Wagen hat Platz für 100 statt bisher 80 Passagiere. Im Normalfall fährt die Fløibahn mit einer Geschwindigkeit von 6 m/s. Ein elektronisches Fahrkartensystem mit Pforten wurde an allen Stationen eingerichtet. Die Wagen, die vom Industriedesigner Espen Thorup für die Fløibahn gestaltet wurden, haben ein modernes, zugleich aber klassisches Design mit größeren Glasflächen, besserem Komfort und noch besserer Aussicht für die Fahrgäste bekommen.
Im Laufe der letzten 10 Jahre ist die Anzahl der Fahrgäste stetig angestiegen und liegt nunmehr bei ca. 1,2 Millionen Zustiegen im Jahr. Das Unternehmen Fløibanen AS betreibt umfassendes Marketing sowie ausgedehnte Produktentwicklung. Das ursprünglich reine Transportunternehmen hat sich zu einem wichtigen Akteur der wachsenden Tourismus- und Erlebnisbranche gewandelt.
Im Sommer 2007 konnte das neue Aussichtsplateau - die Fløytreppe - eröffnet werden und ist seitdem ein Publikumsliebling.

